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Eine produktive Nacht mit Fehlern

SternwarteIC 1396Technik

Diese klare Nacht kam unerwartet. Die Vorhersage hatte keine versprochen. Ich habe sie trotzdem genutzt: sechs Felder des Elefantenrüssels, fünf mit dem breitbandigen L-Pro-Filter, eines mit dem L-eXtreme. Am Ende standen 119 Aufnahmen auf der Festplatte. Dazwischen lief einiges nicht rund. Hier das Protokoll.

Was herausgekommen ist

99 Aufnahmen zu je 120 Sekunden in L-Pro, verteilt auf fünf Felder, dazu 20 Aufnahmen zu je 300 Sekunden in L-eXtreme auf einem sechsten. Das sind knapp fünf Stunden Belichtung. Ohne die Fehler wären es mehr gewesen.

Die Fehler

Der Start

Beim ersten Start fuhr die Montierung nicht auf Home, und das Entparken lieferte eine falsche Position zurück. Warum, weiß ich noch nicht.

Eine falsche Bedingung

Meine Sequenz sollte laufen, solange die Sonne tiefer als 18 Grad unter dem Horizont steht. Ich hatte „kleiner als“ statt „größer als“ eingestellt, und NINA beendete die Nacht um 20:32 Uhr, kurz nachdem es dunkel genug war. Dazu kam ein doppelter Autofokus am Anfang, weil die Sequenz nach dem Zentrieren den alten Filter zurückstellte. Beides ist korrigiert, die Sequenz lief danach neu an.

Nebel um 02:17 Uhr

Die Luftfeuchte stand seit dem Abend bei fast 99 Prozent. Um 02:17 Uhr wurde das Bild dunkler, und der Guider verlor 44 Mal den Stern. Meine Wetterwache meldete „unsicher“, das Teleskop parkte, das Dach bekam den Schließbefehl. Das hat wie vorgesehen funktioniert. Nach 13 Minuten war die Lage wieder gut, aber meine Sequenz kam nicht von allein wieder in Gang: Sie wollte das nächste Feld anfahren, ohne das Teleskop vorher zu entparken, und brach ab. Die Abschaltung hatte ich gebaut, den Wiederanlauf nicht. Das ist jetzt ergänzt. Um 03:16 Uhr habe ich neu gestartet.

Der Dachsensor

Der Magnetsensor am Dach hing und meldete stundenlang „öffnet gerade“. NINA entparkt dann nicht. Das repariere ich mechanisch.

Die Flats

Zu jeder Nacht gehören Flats, Aufnahmen einer gleichmäßig leuchtenden Fläche. Sie zeigen Staub auf dem Sensor und das Abdunkeln zum Bildrand. Mein Teleskop steht dafür in Parkstellung vor einem Leuchtpanel. Die Parkposition passte diesmal leider nicht, die Flats sind unbrauchbar, ich muss die Stellung noch einmal suchen. Ein größeres Panel habe ich schon bestellt.

Der Frost

Die Wetterstation zeigte als Tiefstwert 0,6 Grad, am Boden lag Reif. Die Schienenheizung des Dachs hat noch keine Schaltlogik. Die muss ich noch einbauen.

Was ich mitnehme

  • Jede Bedingung in der Sequenz einmal mit einem Zahlenbeispiel durchrechnen.
  • Zu einer Sicherheitsabschaltung gehört der Weg zurück.
  • Flats gleich nach der Aufnahme prüfen, nicht erst bei der Bearbeitung.

Das Mosaik von IC 1396 geht weiter. Die übrigen Felder nehme ich in den nächsten klaren Nächten auf.

Clear skies,

Marcus