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Vier Mal auf, vier Mal zu

SternwarteIC 1396Technik

Die zweite klare Nacht in Folge am Elefantenrüssel. Am Ende standen 139 brauchbare Aufnahmen zu je 120 Sekunden in L-Pro auf der Platte, zusammen 4 Stunden und 38 Minuten. Damit liegen von allen zwölf Feldern des Mosaiks Daten vor. Mit der Technik war ich dabei nicht zufrieden: Sie hat mehr Zeit gekostet als das Wetter. Hier das Protokoll.

Der Ablauf

Am Abend brach die Sequenz zweimal ab, einmal wegen eines Endkontakts am Dach, der auf „fährt gerade“ stehen blieb, einmal wegen einer hängenden Fokusbewegung. Nach einem Neustart des Rechners um 20:03 liefen vier Felder mit je 20 Aufnahmen sauber durch.

Um 00:11 Uhr meldete meine Wetterwache „unsicher“ bei klarem Himmel, weil die Daten der Wetterstation und der Allsky-Kamera gleichzeitig ausfielen. Beide kommen über denselben Raspberry Pi, dessen Netzwerkverbindung immer wieder aussetzt. Die Montierung parkte mitten in einer Aufnahme, das Dach schloss. Danach antwortete das Filterrad nicht mehr, und die Sequenz belichtete bei geschlossenem Dach weiter. Um 01:07 Uhr kam noch ein Regenalarm aus einem einzelnen Impuls des Regensensors bei 100 Prozent Luftfeuchte. Es regnete nicht.

Dazu kamen meine eigenen Eingriffe mitten in der Nacht. Jeder Neustart der Wetterwache zählt als „unsicher“, so löste ich selbst zwei weitere Alarme aus. Um 01:38 Uhr habe ich das Filterrad in NINA neu verbunden. Ab 01:52 Uhr lief die Sequenz bis 04:28 Uhr durch: Feld 2, Feld 3, Feld 1. Insgesamt fuhr das Dach achtmal, sechs dieser Fahrten waren ohne Grund. Man hört das, und die Nachbarn wohnen nicht weit weg.

Was das für die Software heißt

Der Software-Stack braucht noch einiges an Überarbeitung. Dachsteuerung, Wetterwache und NINA-Sequenz greifen noch nicht sauber genug ineinander. Heute Morgen haben zwei Agenten alles gelesen, ohne etwas zu ändern, und mir eine lange Liste mit Verbesserungen geschrieben. Am wichtigsten sind drei Dinge: Die Belichtungsschleife soll selbst auf den Sicherheitsmonitor achten. Kurze Ausfälle einer Datenquelle dürfen das Dach nicht bewegen. Und das Filterrad braucht eine Selbstheilung. Auch eine meiner Änderungen aus dieser Nacht, die Toleranz für fehlende Wetterdaten, muss ich noch einmal anfassen.

Das Mosaik

Vorschau des IC-1396-Mosaiks aus zwölf Feldern in Rot und Schwarz, mit einem türkisen Fleck in der Mitte
Vorschau der ersten Fassung (verkleinert). Die dunklen Ränder sind Bereiche ohne Daten.

Mit den neuen Feldern habe ich eine erste Fassung des ganzen Mosaiks gerechnet. Es misst 12 188 × 10 632 Pixel, das sind rund 130 Megapixel. Die XISF-Datei hat drei Farbkanäle mit 32 Bit Fließkomma und ist 1,55 GB groß. Die Vorschau ist verkleinert und ein erster Stand: Die Bearbeitung ist mir noch zu hart, das überarbeite ich. Der türkise Fleck in der Mitte ist nach meinem Wissen eine OIII-Region, die ein Doppelstern zum Leuchten bringt. Er soll bleiben.

Der Morgen

Morgenhimmel über Vaale mit rosa und violett leuchtenden Schäfchenwolken, rechts ein Baum, links ein Haus
Der Himmel über Vaale am Morgen nach der Nacht.

Am frühen Morgen wird man nach so einer Nacht von einem besonderen Licht gegrüßt. Hoch über Vaale standen feine Schäfchenwolken, und am Horizont glühte der Himmel in Rosa und Violett.

Morgenhimmel mit Schäfchenwolken, unten rotes Licht am Horizont, rechts ein Baum, oberhalb der Mitte ein heller Punkt: Jupiter
Jupiter, der helle Punkt oberhalb der Bildmitte.

Auf dem zweiten Foto steht als letzter Stern noch Jupiter am Himmel. Es ist der helle Punkt oberhalb der Bildmitte. Darunter glüht der Horizont rot, und rechts steht der Baum als Silhouette.

Was ich mitnehme

  • Ein fehlender Messwert ist kein schlechtes Wetter.
  • Ein einzelner Fehler darf nicht die ganze Nacht beenden.
  • An Sicherheitsteilen ändere ich nichts mehr mitten in der Nacht.

Clear skies,

Marcus